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Beedy Academy · Rechner

Rechner für Messtechnik und PID-Regelung

4–20-mA-Signale, Durchfluss und Füllstand über Differenzdruck, Pt100-Fühler, Stellventile und PID-Einstellung: 18 Berechnungen mit Formel und Übungen.

Signale und Messung

4–20-mA-Signal → Messwert

Formel% = (I − 4) ÷ 16 × 100  ·  PV = LRV + % ÷ 100 × (URV − LRV)
mA
Prozent der Messspanne—%
Prozesswert (PV)—

PV hat dieselbe Einheit wie LRV und URV. Unter 3,8 mA oder über 20,5 mA liegt das Signal außerhalb des Messbereichs; unter 3,6 mA oder über 21 mA ist es ein Ausfallsignal (NAMUR NE 43).

Messwert → 4–20-mA-Signal

Formel% = (PV − LRV) ÷ (URV − LRV) × 100  ·  I = 4 + 16 × % ÷ 100
Prozent der Messspanne—%
Erwartetes Signal (I)—mA

Praktisch zum Prüfen eines Messumformers oder zum Simulieren mit dem Kalibrator: diesen Strom einspeisen und mit der Anzeige im Leitsystem vergleichen.

Durchfluss aus Differenzdruck (Radizierung)

FormelQ = Qmax × √(ΔP ÷ ΔPmax)  ·  I = 4 + 16 × ΔP ÷ ΔPmax
kPa
m³/h
kPa
Durchfluss (Q)—m³/h
Durchfluss in % des Messbereichs—%
Signal ohne Radizierung (linear zu Δp)—mA
Signal mit Radizierung—mA

Nur einmal radizieren: im Messumformer oder im Leitsystem, nie in beiden. Unter 5 bis 10 % Durchfluss ist die Messung unruhig; man setzt eine Schleichmengenunterdrückung.

Füllstand aus Differenzdruck

Formelh = (ΔP − ΔP₀) ÷ (ρ × g)  ·  URV = ΔP₀ + ρ × g × hmax
kPa
kg/m³
kPa
m
Füllstand über dem unteren Anschluss (h)—m
Prozent der Messspanne—%
Am Messumformer einzustellendes URV—kPa

ΔP₀ positiv: Nullpunktunterdrückung (Messumformer unter dem unteren Anschluss); negativ: Nullpunktanhebung (gefüllte Minusleitung). Der Bereich geht von ΔP₀ (LRV) bis zum berechneten URV. g = 9,80665 m/s².

Pt100 / Pt1000: Widerstand ↔ Temperatur

FormelR = R₀ × (1 + A × T + B × T²)  ·  A = 3,9083×10⁻³  ·  B = −5,775×10⁻⁷  (IEC 60751, T ≥ 0 °C)
°C
Ω
Widerstand bei Temperatur T—Ω
Temperatur für Widerstand R—°C

Koeffizienten nach IEC 60751 (α = 0,00385), gültig von 0 bis 850 °C. Unter 0 °C kommt ein C-Glied hinzu: Normtabelle verwenden. In Drei- oder Vierleiterschaltung messen, um die Leitungswiderstände auszugleichen.

Messgenauigkeit: % der Spanne oder % vom Messwert

Formeles = as ÷ 100 × (URV − LRV)  ·  er = ar ÷ 100 × PV
%
%
Möglicher Fehler, Angabe in % der Spanne (±)—
Derselbe Fehler in % vom Messwert (±)—%
Möglicher Fehler, Angabe in % vom Messwert (±)—

Eine Genauigkeit in % der Spanne wirkt sich unten im Bereich stark aus: bei 10 % der Spanne werden aus ±0,25 % der Spanne ±2,5 % vom Messwert. Messbereich nahe am Betriebsbereich wählen.

Durchfluss und Stellventile

Durchflusskoeffizient Kv / Cv (Flüssigkeit)

FormelKv = Q × √(SG ÷ ΔP)  ·  Cv = Kv ÷ 0,865
m³/h
bar
Erforderlicher Kv-Wert—m³/h
Erforderlicher Cv-Wert—
Durchfluss (Q)—US gpm

IEC 60534-2-1: Flüssigkeit, turbulente Strömung, ohne Verdampfung oder Kavitation, ohne Reduzierstücke (Fp = 1). Das Ventil sollte zwischen 20 und 80 % Hub arbeiten.

Umrechnung Kv ↔ Cv

FormelCv = Kv ÷ 0,865  ·  Kv = 0,865 × Cv
m³/h
Cv-Wert zum Kv-Wert—
Kv-Wert zum Cv-Wert—m³/h

Kv: Wasserdurchfluss in m³/h bei 1 bar Differenzdruck. Cv: Wasserdurchfluss in US-Gallonen pro Minute bei 1 psi. Nordamerikanische Datenblätter nennen meist den Cv-Wert.

Ventildurchfluss bei neuem Differenzdruck

FormelQ = 0,865 × Cv × √(ΔP ÷ SG)  ·  Q₂ ÷ Q₁ = √(ΔP₂ ÷ ΔP₁)
bar
bar
Durchfluss bei ΔP₁ (Q₁)—m³/h
Durchfluss bei ΔP₂ (Q₂)—m³/h
Q₂ in % von Q₁—%

Gleicher Ventilhub. Im Betrieb sinkt der Differenzdruck am Ventil mit steigendem Durchfluss (Pumpenkennlinie, Leitungsverluste): deshalb weicht die Betriebskennlinie von der Grundkennlinie ab.

Blende: Durchfluss bei neuem Wirkdruck

FormelQ₂ = Q₁ × √(ΔP₂ ÷ ΔP₁) × √(ρ₁ ÷ ρ₂)
m³/h
kPa
kPa
kg/m³
kg/m³
Neuer Durchfluss (Q₂)—m³/h
Durchflussänderung—%

Gleiche Blende, gleiche Durchflusszahl (ausreichend hohe Reynoldszahl). Volumenstrom. Weicht die tatsächliche Dichte von der Auslegungsdichte ab, ist die Anzeige um den Faktor √(ρ₁/ρ₂) falsch.

PID-Einstellregeln

Ziegler–Nichols, Schwingungsversuch (Ku, Pu)

FormelP: Kc = 0,5 Ku  ·  PI: Kc = 0,45 Ku, Ti = Pu ÷ 1,2  ·  PID: Kc = 0,6 Ku, Ti = Pu ÷ 2, Td = Pu ÷ 8
min
Reglerverstärkung (Kc) — nur P—
Reglerverstärkung (Kc) — PI—
Nachstellzeit (Ti) — PI—min
Reglerverstärkung (Kc) — PID—
Nachstellzeit (Ti) — PID—min
Vorhaltzeit (Td) — PID—min

Ku: Verstärkung, bei der im reinen P-Betrieb eine Dauerschwingung entsteht; Pu: deren Periodendauer. Scharfe Einstellung (~1/4-Dämpfung): als Startwert nehmen und Kc senken, wenn der Kreis schwingt. Kc als Verstärkung, nicht als Xp.

Ziegler–Nichols, Sprungantwort (Wendetangente)

FormelPI: Kc = 0,9 τ ÷ (Kp θ), Ti = θ ÷ 0,3  ·  PID: Kc = 1,2 τ ÷ (Kp θ), Ti = 2 θ, Td = 0,5 θ
%/%
min
min
Reglerverstärkung (Kc) — PI—
Nachstellzeit (Ti) — PI—min
Reglerverstärkung (Kc) — PID—
Nachstellzeit (Ti) — PID—min
Vorhaltzeit (Td) — PID—min

Im Handbetrieb einen Stellgrößensprung (5 bis 10 %) geben; Kp = ΔPV % ÷ ΔOP %, Totzeit θ und Zeitkonstante τ (63 % der Antwort) ablesen. Gültig etwa für 0,1 ≤ θ/τ ≤ 1.

Cohen–Coon (PI und PID)

Formelr = θ ÷ τ  ·  PI: Kc = τ ÷ (Kp θ) × (0,9 + r ÷ 12), Ti = θ (30 + 3r) ÷ (9 + 20r)  ·  PID: Kc = τ ÷ (Kp θ) × (4/3 + r ÷ 4), Ti = θ (32 + 6r) ÷ (13 + 8r), Td = 4θ ÷ (11 + 2r)
%/%
min
min
Reglerverstärkung (Kc) — PI—
Nachstellzeit (Ti) — PI—min
Reglerverstärkung (Kc) — PID—
Nachstellzeit (Ti) — PID—min
Vorhaltzeit (Td) — PID—min

Gleicher Versuch wie bei der Sprungantwort. Cohen–Coon berücksichtigt große Totzeiten besser, bleibt aber scharf: im realen Regelkreis Kc oft um 25 bis 50 % senken.

Lambda-Einstellung (IMC), Strecke mit Ausgleich

FormelKc = τ ÷ (Kp × (λ + θ))  ·  Ti = τ
%/%
min
min
min
Reglerverstärkung (Kc)—
Nachstellzeit (Ti)—min
Proportionalbereich (Xp)—%

PI-Regler in Standardform (ISA). λ = 1 bis 3 × τ ergibt einen ruhigen, robusten Kreis (λ ≥ θ halten). Je größer λ, desto langsamer und toleranter gegenüber Modellfehlern.

Regelkreisparameter

Verstärkung ↔ Proportionalbereich

FormelBP = 100 ÷ Kc  ·  Kc = 100 ÷ BP
%
Proportionalbereich zur Verstärkung—%
Verstärkung zum Proportionalbereich—

Xp = Regelabweichung in % der Spanne, die die Stellgröße um 100 % ändert. Große Verstärkung = kleiner Xp. Vor der Eingabe prüfen, welchen Begriff das Leitsystem verwendet.

I-Anteil: Nachstellzeit ↔ Wiederholungen/min

FormelWiederholungen/min = 1 ÷ Ti  ·  Ti (s) = 60 × Ti  ·  Ki = Kc ÷ Ti
min/Wiederholung
I-Anteil—Wiederholungen/min
Nachstellzeit in Sekunden—s
Integralbeiwert (Ki)—min⁻¹

Manche Regler stellen den I-Anteil als Nachstellzeit in min ein (Ti): ein größerer Wert macht ihn langsamer. Andere in Wiederholungen/min (1/Ti): ein größerer Wert macht ihn schneller. Zahlen nie ohne Umrechnung übernehmen.

Bleibende Regelabweichung beim P-Regler

Formeless = ΔSP ÷ (1 + Kc × Kp)
%
%/%
Bleibende Regelabweichung (ess)—%
Tatsächlich erreichter Anteil der Änderung—%

Strecke mit Ausgleich, ΔSP in % der Spanne. Höheres Kc verringert die Abweichung, bringt den Kreis aber näher an die Instabilität; der I-Anteil beseitigt sie. Auch eine Laststörung hinterlässt beim P-Regler eine Abweichung.

Filter erster Ordnung (PT1): Antwort nach t

Formely = y₀ + (y₁ − y₀) × (1 − e−t/τ)  ·  t₉₈ = τ × ln 50
s
s
Erreichter Anteil des Sprungs—%
Gefilterter Wert bei t—
Zeit bis 98 %—s

Ein Filter glättet Rauschen, verzögert aber den Regelkreis: Filter-τ deutlich unter der Zeitkonstante der Strecke halten (oft unter 1/10). Gleiche Antwort wie ein Fühler im Schutzrohr.

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