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Kostenlose Rechner für die Verfahrenstechnik

17 verfahrenstechnische Berechnungen: Reaktoren, Kinetik, Stoffbilanzen, Wärme, Dampfdruck und Destillation. Mit Formel und Übungsaufgaben.

Reaktionen und Reaktoren

Umsatz, Ausbeute und Selektivität

FormelX = (NA0 − NA) ÷ NA0  ·  Y = ν × NP ÷ NA0  ·  S = ν × NP ÷ (NA0 − NA)
kmol/h
kmol/h
kmol/h
Umsatz von A (X)—%
Produktausbeute (Y)—%
Selektivität (S)—%

Ausbeute = Umsatz × Selektivität. Sinkende Selektivität deutet oft auf zu hohe Temperatur oder alternden Katalysator hin.

Verweilzeit und Umsatz: Rührkessel und Strömungsrohr

Formelτ = V ÷ Q  ·  XCSTR = kτ ÷ (1 + kτ)  ·  XPFR = 1 − e−kτ
m³
m³/h
h⁻¹
Verweilzeit (τ)—h
Umsatz im Rührkessel (CSTR)—%
Umsatz im Strömungsrohr (PFR)—%

Reaktion 1. Ordnung, konstante Dichte, isotherm. Bei gleichem Volumen setzt das Strömungsrohr immer mehr um als der Rührkessel.

Reaktorvolumen für einen Zielumsatz

FormelVCSTR = Q × X ÷ (k × (1 − X))  ·  VPFR = −Q × ln(1 − X) ÷ k
m³/h
h⁻¹
%
Volumen als Rührkessel (CSTR)—m³
Volumen als Strömungsrohr (PFR)—m³

1. Ordnung, isotherm, konstante Dichte. Über 90 % Umsatz wird ein einzelner Rührkessel sehr groß: dann eine Kaskade verwenden.

Arrhenius: Temperatureinfluss auf die Geschwindigkeit

Formelk₂ ÷ k₁ = exp[(Eₐ ÷ R) × (1 ÷ T₁ − 1 ÷ T₂)]  (T [K])
kJ/mol
°C
°C
Verhältnis k₂ ÷ k₁—×
Geschwindigkeit oder Konstante bei T₂ (k₂)—

Faustregel: Bei Eₐ ≈ 50 bis 55 kJ/mol verdoppelt sich die Geschwindigkeit etwa alle 10 °C. Vorsicht bei exothermen Reaktionen: Die Wärmefreisetzung folgt derselben Kurve.

Aktivierungsenergie aus zwei Versuchen

FormelEₐ = R × ln(k₂ ÷ k₁) ÷ (1 ÷ T₁ − 1 ÷ T₂)  (T [K])
min⁻¹
°C
min⁻¹
°C
Aktivierungsenergie (Eₐ)—kJ/mol
Eₐ ÷ R—K

k₁ und k₂ in derselben Einheit. Nur zwei Punkte: Für einen belastbaren Wert ln k über 1/T bei mindestens drei Temperaturen auftragen.

Chargenzykluszeit und Produktivität

FormeltZyklus = tBefüllen + tReaktion + tEntleeren + tReinigen  ·  P = m × 24 ÷ tZyklus
h
h
h
h
kg
Zykluszeit—h
Chargen pro Tag—
Produktivität (P)—kg/d

Nebenzeiten (Befüllen, Entleeren, Reinigen) wiegen oft so viel wie die Reaktion selbst: Dort gewinnt man Kapazität.

Stoffbilanzen und Mischungen

Mischen zweier Ströme

Formelm₃ = m₁ + m₂  ·  w₃ = (m₁ × w₁ + m₂ × w₂) ÷ m₃
kg/h
% w/w
kg/h
% w/w
Mischstrom (m₃)—kg/h
Mischkonzentration (w₃)—% w/w
Gelöster Stoff—kg/h

Bilanz über Masse, nicht Volumen: Volumina sind nicht immer additiv. Gilt auch für das Mischen zweier Tanks (kg statt kg/h).

Verdünnen einer starken Säure oder Lauge

Formelm₁ = m₂ × w₂ ÷ w₁  ·  V₁ = m₁ ÷ ρ₁  ·  mH₂O = m₂ − m₁
% w/w
kg/L
% w/w
kg
Benötigtes Konzentrat (m₁)—kg
Benötigtes Konzentrat (V₁)—L
Benötigtes Wasser (mH₂O)—kg

Immer Säure ins Wasser, langsam und unter Rühren (starke Verdünnungswärme). In Masse rechnen: Volumina sind nicht additiv.

Verdampfer: abzudampfendes Wasser

FormelP = F × xF ÷ xP  ·  W = F − P  ·  S = W ÷ e
kg/h
% w/w
% w/w
kg water/kg steam
Konzentratmenge (P)—kg/h
Verdampftes Wasser (W)—kg/h
Heizdampf (S)—kg/h

Feststoffe verdampfen nicht: Die Bilanz bestimmt das abzudampfende Wasser. Typisch: 0,8 bis 0,9 einstufig, etwa 0,8 × n bei n Stufen.

Prozessgas: Dichte und Betriebsvolumenstrom

Formelρ = P × M ÷ (R × T)  ·  Q = QN × (PN ÷ P) × (T ÷ TN)
kPa abs
°C
g/mol
Nm³/h
Dichte (ρ)—kg/m³
Betriebsvolumenstrom—m³/h
Massenstrom—kg/h

Ideales Gas (Z = 1): gut bei niedrigem Druck; über etwa 10 bar mit dem Realgasfaktor Z korrigieren. Luft: M = 28,96; Methan: 16,04; Stickstoff: 28,01.

Wärme und Energie

Reaktionswärme und adiabatische Temperaturerhöhung

FormelQ = −ṅ × ΔHr  ·  ΔTad = −ṅ × ΔHr ÷ (ṁ × cₚ)
kmol/h
kJ/mol
kg/h
kJ/kg·K
Freigesetzte Wärme (Q)—kW
Adiabatische Erhöhung (ΔTad)—K

ΔTad = Temperaturanstieg bei vollständigem Kühlungsausfall. Für eine Charge kmol und kg der Charge verwenden. Ab etwa 50 K eine Durchgehbetrachtung machen.

Doppelmantelreaktor: Kühlwasser und Fläche

Formelṁc = Q ÷ (cₚ × (Tc2 − Tc1))  ·  A = Q ÷ (U × ΔTlm)
kW
°C
°C
°C
kJ/kg·K
W/m²·K
Kühlwassermenge—kg/h
Mittlere logarithmische Temperaturdifferenz (ΔTlm)—K
Erforderliche Wärmeübertragungsfläche (A)—m²

Gut gerührter Reaktor (einheitliche Temperatur). Typisches U bei wassergekühltem Doppelmantel: 300 bis 600 W/m²·K, niedriger bei Belag oder Emaillereaktor.

Aufheizen einer Charge: Energie und Dampf

FormelQ = m × cₚ × (T₂ − T₁)  ·  P = Q ÷ t  ·  mv = Q ÷ Lv
kg
kJ/kg·K
°C
°C
h
kJ/kg
Benötigte Energie (Q)—MJ
Mittlere Heizleistung (P)—kW
Dampfverbrauch (mv)—kg

Nur fühlbare Wärme; Verluste und Behältermasse vernachlässigt (10 bis 20 % zuschlagen). Lv ≈ 2133 kJ/kg bei 3 bar abs, 2015 kJ/kg bei 10 bar abs.

Dampf-Flüssig-Gleichgewicht und Destillation

Dampfdruck (Antoine-Gleichung)

Formellog₁₀ Psat [mmHg] = A − B ÷ (C + T [°C])  ·  Tb = B ÷ (A − log₁₀ 760) − C
°C
Dampfdruck (Psat)—kPa
Dampfdruck (Psat)—mmHg
Normalsiedepunkt (101,325 kPa)—°C

Konstanten in mmHg und °C (übliche verfahrenstechnische Tabellen); nicht außerhalb des angegebenen Bereichs extrapolieren. Wo Psat den Behälterdruck erreicht, siedet die Flüssigkeit.

Relative Flüchtigkeit und K-Werte (Raoult)

FormelKi = Pisat ÷ P  ·  α = KL ÷ KH = PLsat ÷ PHsat
°C
kPa abs
Relative Flüchtigkeit (α)—
K-Wert Leichtsieder (KL)—
K-Wert Schwersieder (KH)—

Ideales Gemisch (Raoult), brauchbar für ähnliche Stoffe (Benzol-Toluol, Hexan-Heptan). Methanol-Wasser und Ethanol-Wasser sind nicht ideal: reales α weicht ab.

Mindeststufenzahl (Fenske)

FormelNmin = ln[(xD ÷ (1 − xD)) × ((1 − xB) ÷ xB)] ÷ ln α
Molenbruch
Molenbruch
Mindestzahl theoretischer Stufen (Nmin)—

Totaler Rücklauf, konstantes α, binäres Gemisch; Nmin enthält den Verdampfer. Im Betrieb braucht man etwa das 2- bis 2,5-Fache von Nmin.

Mindestrücklaufverhältnis (Underwood, binär)

FormelRmin = [xD ÷ xF − α × (1 − xD) ÷ (1 − xF)] ÷ (α − 1)  ·  R = f × Rmin
Molenbruch
Molenbruch
Mindestrücklaufverhältnis (Rmin)—
Betriebsrücklaufverhältnis (R)—

Siedende Flüssigkeit als Zulauf (q = 1), konstantes α, konstante molare Ströme. Üblicher Faktor f: 1,2 bis 1,5.

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